Wie teuer ist eine Scheidung?

Allgemeines

Eine Scheidung kostet, wenn man von einer gewährten Verfahrenskostenhilfe ohne Ratenzahlung einmal absieht, immer viel Geld. Wir stellen Ihnen bewusst keinen der verbreiteten Scheidungskostenrechner zu Verfügung, der nach wenigen Angaben Ihrerseits zu Nettoeinkommen und Anzahl der Versorgungsanwartschaften (Ansprüche gegen Rentenversicherer etc.) die Scheidungskosten darstellt. Das Ergebnis ist in der Regel unbrauchbar, weil es wesentlich mehr Angaben zu Einnahmen und Ausgaben bedarf und der Verfahrenswert der Scheidung, der die Grundlage für die Berechnung der Gerichts- und Rechtsanwaltskosten ist, meist erst im Scheidungstermin vom Gericht festgesetzt wird. Im Zeitraum von der Trennung der Ehegatten bis zum Scheidungstermin kann sich aufgrund 24 Berufsjahren eine Menge andern. Es kommt zu Streit mit dem Partner über Unterhalt oder das gemeinsame Kind, was oftmals dazu führt, dass diese Streitigkeiten auch das Gericht regeln muss.

Unser gratis Kostenvoranschlag berücksichtigt viele Angaben von Ihnen und gibt Ihnen im Ergebnis ein realistisches Bild von den möglichen Kosten.

Einfache, günstige Scheidung

Eine Scheidung durch einen Rechtsanwalt wird mit Einreichung des Antrags auf Scheidung der Ehe bzw. Antrag auf Aufhebung der eingetragenen Lebenspartnerschaft sowie u.a. Angaben zu den Beteiligten und den Trennungsvoraussetzungen bei Gericht eingeleitet. Weitere Anträge muss er nicht stellen, wenn die Mandantin / der Mandant es nicht möchte. Von Amts wegen wird noch ein Versorgungsausgleich (Teilung der Rentenanwartschaften) durchgeführt. Dieser kann aber bei kurzer Ehe (max. 3 Jahre) und oft durch beiderseitigen Verzicht etc. entfallen.

Die absolute Sparscheidung ist also die ohne Versorgungsausgleich. Grundlage für die Kosten sind die 3-fachen Nettoeinkünfte der Ehegatten abzgl. bestimmter Ausgaben wie z.B. Fahrtkosten zur Arbeit, Raten für Verbindlichkeiten:

Bsp.: M verdient nach Abzug von anerkannten Ausgaben netto 1.600,- €, F 1.100,- €. Es ist kein unterhaltsberechtigtes Kind vorhanden. Der Verfahrensstreitwert beträgt hier einschließlich des Wertes, den das Gericht für die Prüfung Versorgungsausgleich ja/nein ansetzt:: 3 x 1.600,- €+ 3 x 1.110,- € + 1.000,- €= 9.100,- €. Die Kosten eines Rechtsanwalt  betragen 1.683,85 +  241,- € für Gerichtskosten(1/2 von 482,- €) .

Die teure Scheidung

Wenn sich die Ehegatten über den Unterhalt für Kind und Partner, das Umgangsrecht und vielleicht auch noch die Hausratsteilung durch Anwalt und Gericht vornehmen lassen, wird die Scheidung richtig teuer. Daher unser Rat: Einigen sich mich Ihrem Partner.

  • Der Hausrat kann mit Kompromissen beider Ehegatten geregelt werden, möglichst schriftlich mit Datum und Unterschriften.
  • Der Ehegattenunterhalt kann zwar auch von beiden Beteiligten einvernehmlich vereinbart werden. Es ist aber wahrscheinlich, dass einer profitiert und der andere zu viel Unterhalt zahlt.
  • Für den Kindesunterhalt kann eine kostenlose Jugendamtsurkunde besorgt werden. Nicht  vergessen: Vereinfacht gesagt, kann der Unterhaltspflichtige ehebedingte Verbindlichkeiten (Raten für Einrichtung etc.), eine zusätzliche Altersversorgung sowie die Fahrtkosten zur Arbeit von seinem durchschnittlichen monatlichen Netto (x 13 :12) abziehen. Dann nimmt man die DüsseldorferTabelle zur Hilfe, und ermittelt den monatlichen Unterhalt des Kindes mit der Einkommensstufe und dem Kindesalter.

Da das Einkommen (aus Erwerbstätigkeit sowie aus Vermögen) und die Abzüge die Grundlage für alle Unterhaltstatbestände bilden, sollten Sie sich anwaltliche Hilfe suchen, der diese beiden Positionen berechnet.

Bsp.: Wenn man den Unterhalt für Frau und Kind beispielsweise pro Monat mit 100,- € zu hoch angesetzt hat, macht das im Jahr 1.200,- €. Eine Rückforderung zu viel gezahlten Unterhalts kommt in der Regel nicht in Betracht. Insofern ist es allemal günstiger, einen Familienrechtsanwalt für die korrekte Berechnung des Unterhalt hinzuzuziehen.