Wie lange dauert eine Scheidung?

Die Frage aller Scheidungswilligen: Wie lange dauert eine Scheidung? Die Dauer einer Ehe-Scheidung bzw. Aufhebung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft hängt von individuellen Umständen ab, die gerade für diese Scheidung /Aufhebung maßgeblich sind. Pauschal kann man nicht voraussagen, wie viel Zeit eine Scheidung in Anspruch nimmt. Im Idealfall haben wir schon Scheidungen /Aufhebungen innerhalb von 2 Monaten durchgeführt. Hierbei handelte es entweder um Kurzehen bzw. um Lebenspartnerschaften, bei denen ein Versorgungsausgleich ausgeschlossen war (notariell oder vor 2005) und ansonsten das Gericht nur über die Scheidung bzw. Aufhebung als solche zu entscheiden hatte, weil es nichts zu regeln gab oder die Beteiligten sich selbst geeinigt hatten. Sofern nicht besondere Umstände eintreten, ist eine Ehe / Lebenspartnerschaft durchschnittlich in etwa 5 Monaten geschieden /aufgehoben.

Was verzögert oder beschleunigt eine Scheidung?

Der Mandant / die Mandantin hat es in der Hand, uns schnell die erforderlichen Informationen und Unterlagen zu erteilen. Hiernach kann in der Regel ein Antrag auf Scheidung bzw. Aufhebung innerhalb von 24 Stunden an das Gericht versendet werden. grüner Pfeil
Kommt keine Verfahrenskostenhilfe in Betracht, sollte der Antragsteller schnell die Gerichtskosten zahlen, denn vor deren Eingang wird das Gericht den Scheidung- bzw. Aufhebungsantrag dem anderen nicht zustellen. grüner Pfeil
Wie schnell das Gericht den Antrag an den Gegner weiterleitet, hängt von der Arbeitsbelastung der Richterin/des Richters ab.  
Bei unbekanntem Aufenthaltsort des anderen Ehegatten / Lebenspartners muss eine Melderegisterauskunft usw. erfolgen. Führen alle Maßnahmen ins Leere, ist der Scheidungsantrag öffentlich zuzustellen und gilt erst ab Fristablauf dem anderen als zugestellt.  roter Pfeil
Ist ein Verfahrenskostenhilfeantrag (früher Prozesskostenhilfeantrag) zu stellen, kommt es zu Verzögerungen bis zu 3 Wochen, wobei die Gerichte einen solchen Antrag auch schneller und wesentlich langsamer bearbeiten können.  roter Pfeil
Werden Unterhaltsforderungen gestellt und legt der Unterhaltspflichtige außergerichtlich nicht seine Einkommen und Abzüge  offen, kommt es bei Gericht zu einer Stufenklage. In der ersten Stufen sind die Einkommensverhältnisse zu klären, in der zweiten Stufe wird der geltend gemachte Unterhalt berechnet und eingefordert. roter Pfeil
Ist ein Versorgungsausgleich (von Amts wegen!) durchzuführen, müssen die Scheidungswilligen die betreffenden Formulare innerhalb von 4 Wochen dem Gericht zurückreichen. Nicht selten kommt es hier zu Verschleppungen eines der Partner. dauert es mindestens 3 Monate, bis die Versorgungsträger Auskunft erteilt haben.  roter Pfeil
Das Ausfüllen der Formulare ist einfach: Persönliche Daten und Versicherungsnummer (gesetzliche und zusätzliche) eintragen.  Eine schnelle Rückgabe der Formulare zum Versorgungsausgleich von beiden Seiten vor Ablauf der 4-Wochen-Frist beschleunigt das Verfahren. grüner Pfeil
Die Bearbeitungszeit der Versorgungsträger beträgt in der Regel 3 Monate, bis sie dem Gericht die Auskünfte über die Anwartschaften erteilen. Weist der Versicherungsverlauf eines oder beider Eheleute Lücken auf, verzögert sich die Auskunftserteilung um weitere Monate.  roter Pfeil
Haben die Beteiligten alle notwenigen Unterlagen eingereicht, kann nach 3 Monaten die Abtrennung des Versorgungsausgleichs durch beide beantragt werden. grüner Pfeil
Sollten Sie sich übereinstimmend zu einem Ausschluss des Versorgungsausgleichs entscheiden, kann dieser auch im Gerichtstermin zu Protokoll genommen werden. Das Gericht prüft aber, ob nicht eine der Parteien durch den Ausschluss benachteiligt wird.  grüner Pfeil
Streit zwischen den Eheleute bzw. Lebenspartner über Unterhalt, Hausrat, Kinder usw., zieht dies nicht nur  die Scheidung /Aufhebung in die Länge, sondern die Kosten des Verfahrens steigen stark an. Streitigkeiten sollten besser mit Anwälten außergerichtlich beigelegt werden. Insbesondere wenn es um nachehelichen Unterhalt geht, sollten man sich nicht vorschnell einigen, vor allem wenn nur ein Partner anwaltlich beraten wird, da dieser nur die Interessen seines Mandanten vertritt  roter Pfeil
 Auch wenn das Verfahren bis zum Gerichtstermin zügig vonstatten gegangen ist, können noch zusätzliche Anträge im Scheidungstermin, z. B. auf Unterhalt, Hausratsteilung, Umgangsrecht das Verfahren in die Länge ziehen.  roter Pfeil