Prozesskostenhilfe Scheidung

Wenn Sie über unsere Webseite einen Scheidungsantrag oder einen Aufhebungsantrag stellen, prüfen wir anhand Ihrer Angaben, ob Ihnen Prozesskostenhilfe=Verfahrenskostenhilfe zustehen würde. Die Berechnung, ob diese Hilfe für Sie in Betracht kommt, beruht auf vielen Faktoren wie zum Beispiel

  • Nettoeinkommen aus Erwerbstätigkeit einschließlich Urlaubs-und Weihnachtsgeld;
  • Sonstiges Einkommen (Zinsen, Mieteinnahmen etc.), abzüglich Steuern und Sozialabgaben und Altersvorsorge;
  • Abgezogen wird von Ihrem Einkommen:
    • Erwerbsfreibetrag von 210,- €, weil Sie einer bezahlten Arbeit nachgehen;
    • Ein weiterer Freibetrag  über 462,-€ nach § 115 I ZPO;
    • Verfügt Ihr Ehegatte bzw. eingetragener Lebenspartner über keine eigenes Einkommen, wird Ihnen ein Unterhaltsfreibetrag von 462,-€ zugebilligt.
    • Haben Sie ein oder mehrere Kinder, werden pro Kind Freibeträge von 268,-€ bis 370,-€ abgezogen, je nach Alter des Kindes;
    • Bestimmte Versicherungen sind abzugsfähig (Bsp.: Kfz-Haftpflicht);
    • Fahrtkosten zur Arbeit;
    • Mietkosten und Nebenkosten

Wenn die Möglichkeit einer Bewilligung für Verfahrenskostenhilfe besteht, beantragen wir zusammen mit dem Scheidungsantrag bzw. Aufhebungsantrag für Sie bei Gericht diese Hilfe. Das Gericht entscheidet dann mit einem Beschluss.

Kostenlose Scheidung mit Verfahrenskostenhilfe

Beziehen Sie Jobcenter-Leistungen oder verfügen Sie über ein geringes Erwerbseinkommen oder haben Sie hohe Verbindlichkeiten, besteht die Möglichkeit, dass die Scheidung ohne Ratenzahlung für Sie kostenlos sein wird.

Verfahrenskostenhilfe mit Ratenzahlung

Wenn Ihr Einkommen über einem bestimmten Betrag liegt, gibt es zwar keine kostenlose Scheidung für Sie, aber Sie können die Scheidungskosten ratenweise mit maximal 48 Monatsraten abzahlen.

Verschlechtern sich Ihre Einkommensverhältnisse, weil Sie geringere Einkünfte haben oder beispielsweise ein Kind oder ein weiteres Kind bekommen haben, wodurch sich der Kinderfreibetrag einkommensmindernd auswirkt, kann eine Ratenzahlung entfallen, wodurch die Scheidung oder Aufhebung für Sie kostenlos werden könnte.

Nachprüfung der Einkommensverhältnisse bei gewährter Verfahrenskostenhilfe

Innerhalb von 4 Jahren nach Rechtskraft der Scheidung bzw. Aufhebung kann das Gericht Ihre Einkommensverhältnisse überprüfen. Hierzu werden Sie direkt vom Gericht angeschrieben. Sollte das Gericht zum Ergebnis kommen, dass die Voraussetzungen für Verfahrenskostenhilfe nicht mehr kostenfrei zustehen, weil Sie z.B. höheres Einkommen haben oder Kreditraten abgezahlt worden sind, werden können Sie die Kosten ratenweise zurückzahlen, mit maximal 48 Monatsraten.

Ferner sind Sie verpflichtet, wesentliche Änderungen (geringere oder höhere Einkünfte; Wohnortwechsel) dem Gericht innerhalb des vorgenannten Zeitraumes selbständig anzugeben.

Antrag Auflösung der Ehe          Aufhebungsantrag